Donnerstag, 22. März 2012

Blazing Saddles in SF

Blick auf Downtown und die 'Painted Ladies' 
 Mahlzeit!
Die Radtour die wir heute geplant hatten, war ein echter Erfolg. Besonders in touristischer Hinsicht, wir haben viel gesehen und sind ziemlich weit rumgekommen. Aber auch wenn es um die Veränderung der Hautfarbe geht, können wir uns nicht beklagen. Letzte Woche hat es in San Francisco fast durchgehen geregnet, diese Woche scheinen wir echt Glück zu haben. Die Sonne hat uns bis etwa drei Uhr Nachmittags voll auf den Pelz gebrannt. Wer braucht schon Sonnencreme. Hoffentlich wirds braun, bevor es abpellt...
Die Fahrradstation von Blazing Saddles war bei uns um die Ecke und wir haben das stinknormale Standard-Fahrrad genommen. Pro Tag zahlt man (mit Coupons) nur 31 Dollar pro Person, die sich wirklich lohnen. Helme gibts zwar dazu, die haben wir aber verschmäht weil wir mutige Diven sind und uns nicht die Frisuren ruinieren wollten (ich weiß, dass ich keine habe. Bei den anderen Drei gilt das Argument aber). Dazu gab es noch einen Routenplan, an den wir uns aber nicht immer ganz gehalten haben. Das radeln durch die Stadt war ziemlich angenehm, wir wurden galueb ich nur einmal angehupt, weil wir an einer grünen Ampel nicht losgefahren sind, ansonsten ist es recht entspannt zu fahren, wenn man etwas aufpasst. Zwischen den rücksichtsvollen Autofahrern kann man sich aber auch elegant hindurchschlängeln.
Wir haben zunächst die ‚Painted Ladies‘, eine Sechserreihe der Viktorianisch angehauchten Häuser in San Francisco, angesteuert, die direkt am Alamo Square gelegen sind. Von dort konnte man auf meist ebenen Strecken in der sonst so hügeligen Bay-Area-Metropole einige Aussichtspunkte erreichen, von denen man die Golden-Gate-Bridge besonders gut sehen konnte. Zunächst war es wie gesagt sehr sonnig mit blauem Himmel soweit man sehen konnte.
 Als wir auf dem Weg zu Brücke auf einem Hügel angekommen waren, zogen jedoch Wolken auf, die sich direkt vor unseren Augen bildeten. Besonders morgens und abends ist dieses Nebelphänomen zu beobachten. Die feuchte Luft steigt an den Bergen rund um die Stadt auf und das Wasser kondensiert, sobald es kälter wird. Das Schauspiel konnten wir später direkt von der Brücke, die wir natürlich mit dem Rad überquert haben, beobachten. Zunächst kamen wir jedoch an ein altes, verlassenes Gebäude (vielleicht ein Bunker), das einen guten Blick auf die Brücke erlaubte. Zufällig habe ich einen kleinen Weg gefunden, der recht steil hinunter zum Wasser führte. 
Nach etwas Kraxelei waren wir unten und konnten tolle Fotos in der üppigen Brandung schiessen, die dem normalen Tourist im Sightseeing-Bus wohl für immer verwehrt bleiben werden. Den Weg über die Brücke mussten wir uns dann wieder mit vielen anderen Touris teilen, entlohnt wurden wir aber mit interessanten Nebelschwaden, die unter (!) der Brücke herzogen und einen interessanten Blick auf San Francisco erlaubten.
Unser Secret Spot: Super Blick auf die Brücke abseits der Touristenpfade
 Auf der anderen Seite des Golden Gates geht es bergab in das kleine Städtchen Sausalito, wo wir zunächst eine Mittagspause gemacht haben und uns dann aus leichter Erschöpfung  und Faulheit für die Rückfahrt mit der Fähre entschieden haben. Ungefragt Unterhalten hat uns dabei Karl, einer der Matrosen. Er hat Verwandte (Tante Hiltraud) in Hamburg und kennt sich auch sonst ganz gut in Deutschland aus. Sein Denglisch haben wir aber alle nicht so ganz verstanden. Trotzdem wurde ich später mit Handshake von der Fähre verabschiedet. Ich weiß auch nicht, warum ich solche Leute immer so anziehe, aber wenigstens hat man dann später was zu erzählen – zum Beispiel wenn man einen Reiseblog schreibt.

Schummrig, charmant und rappelvoll: Die "Gold Dust Bar" in Downtown

Den Abend haben wir direkt gegenüber unseres Hotels ausklingen lassen (Warum weit laufen? Wir wohnen in Downtown!). Die „Gold Dust Bar“ hat einen Türsteher, der wie ein Mafiosi aus der Prohibitionszeit wirkt. Auch drinnen herrscht echtes „San-Francisco-vor-70-Jahren“-Feeling. Das Licht ist bis zum Gehtnichtmehr gedimmt, alles ist in dunkem Holz gehalten und eine Live-Band spielt Blues- und Country-Klassiker wie „Ring of Fire“. Die Drinks sind ganz lecker, aber natürlich recht teuer im Gegensatz zu denen in deutschen Kneipen (Wie gesagt, Downtown!). 
Allerdings ist man dafür mitten im Straßenleben, draußen vor den Kirchenglasfenstern rattert alle naselang das klingelnde Cable-Car entlang und alte Businessmen feiern neben Jüngeren Locals ihren wohlverdienten Feierabend.
Die Aussichten für morgen: Lange schlafen, dann mit dem Cable-Car durch die Stadt fahren. Stops beim Cable-Car-Museum (kostenlos) und bei Amoeba-Records (wohl eher nicht kostenlos...) sind schon fest eingeplant. Alles andere ergibt sich wie immer von selbst. Hoffentlich scheint morgen mal nicht die Sonne. Wir haben echt alle rote Köppe und müssen zusehen, dass das nicht noch schlimmer wird.

Bis morgen! Haut rein ;) 

3 Kommentare:

  1. Anonym12:25

    So, jetzt hab ich mir mal alles gegeben, was ihr bis dato auf dem Blog gestellt habt. Ich muss sagen, ich bin scheißen neidisch :D
    Irgendwann gönne ich mir dergleichen auch mal.
    Bis dahin spare ich mir die Kohle dafür zusammen ^^
    Beste Grüße,

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  2. Moin Rü!
    Dafür kannste ruhig mal sparen, es lohnt sich ;)

    Grüße,
    Florian

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  3. Anonym09:03

    Ich hab schon oft im Fernsehen gesehen, daß die Leute8meist in Krimis) auf die fahrenden Cable-Cars auf bzw. abgestiegen sind. Ich würde es mal ausprobieren ;-) Vielleicht auch nur einmal, wiel die dann für mich wieder Alcatraz renovieren und eröffnen!
    Und die roten Köpfe von der Sonne?????
    Frag mal den Türsteher von Mascarpone!!
    Papa

    Papa

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